elias maya
  • An Image Slideshow
  • An Image Slideshow
  • An Image Slideshow
  • An Image Slideshow
  • An Image Slideshow
  • An Image Slideshow

IMAGO PIETATIS

 Florinskirche Koblenz

 Mai 2007

Imago Pietatis

Elias Mayas Werkgedanken im Bildersturm 

 

Beate Reifenscheid








  
Es kommt einem kühnen Ansinnen gleich, wenn sich ein Künstler auf eine Ebene, gleichsam auf Augenhöhe begibt,  mit alten Kirchenfresken, die vom Leben und Leiden der Heiligen künden. Den Kontext geben zunächst die wenigen Fresken vor, die einen  Erzählduktus vorgeben, der sich von Kapelle zu Kapelle neu entfaltet, der in sich lose verbunden scheint, den man aber ebenso gut in andachtsvoller Hingebung in Einzelsequenzen nachvollziehen, oder besser vielleicht, diesem nachspüren darf.  Elias Maya stellt sich mit seinen aktuellen Werken bewusst in diese große Tradition der Heiligen- verehrung, wie sie die Kirche traditionell seit dem Mittelalter praktiziert, ohne sich selbst jedoch sklavisch daran zu halten. Dennoch ist seine künstlerische Annäherung geleitet von großem Respekt, vor allem was die bildnerische Überlieferung anbelangt, der er in einzelnen Bildern nachgeht und bei denen er neue Spuren aufdeckt. Die Unfertigkeit der Fresken, die sich aus der Verwitterung und dem Unwillen der Zeiten bedingt, lässt Raum für Spekulatives und für ein ergänzendes Weiterdenken im Sinne eines möglichen Neuansatzes, nicht aber unter dem Aspekt einer formalen Komplettierung. Dass, was bei Elias Maya gesucht wird, ist ein Aufgreifen des einmal begonnenen narrativen Verkettungsorgans, des inneren Gerüstes christlicher Glaubensüberlieferungen, welches hier nur mit neuen, gänzlich anderen Stilmitteln möglich sein kann, da alles Andere nur ein müder Abklatsch des historisch Faktischen hätte werden können.


Elias Maya geht in seinen Bildaussagen diesem Gedanken von Wegstationen mit wenigen Interventionen nach. Er greift das werdende Leben auf am Ort des Taufbrunnens, der im doppelten Sinne ein Ort der Lebensspende ist, wenn man Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft Christi begreift. In seinen großformatigen C-Prints auf Leinwand entwickelt er eine eigenwillige Collage aus ver- fremdeter Fotografie und seiner eigenen, sehr auf Zeichnung basierte Malerei. Den nur angedeuteten Säugling setzt er in Verbindung mit dem Apfelbaum aus dem Paradiesgarten, der Vertreibung und Tod in sich symbolisch vereint. Gerade noch erkennbar ahnt man am unteren Bildrand einen in Tücher gewickelten Leichnam. Die Verbindung von Leben und Tod, letztlich auch das Verwiesensein auf Tod, tritt in einen lebendigen Dialog mit dem Leben, das in dem überproportional großen Kind ein symbolträchtiges Gegengewicht erhält.

Auszug aus dem Katalogtext

 

Dr. Beate Reifenscheid,
Kuratorin (Ludwig Museum Koblenz), Elias Maya


zurück